Weiterbildung

Ausbildung – Auch die Wasserwacht braucht Spezialisten

Die Hauptaufgabe der Wasserwacht umschreibt sich laut
Dienstordnung mit „Bekämpfung des Ertrinkungstodes sowie die
Durchführung der damit verbundenen Maßnahmen.“ Gemeint ist damit zum
einen der Wachdienst an Badegewässern und die Bereitstellung von
ausgebildeten Rettungsschwimmen sowie zum anderen auch die Verbreitung von (Rettungs-)Schwimmkenntnissen in der Bevölkerung.

Sicherlich kennt fast jeder die TV-Serie ‚Baywatch‘,
bei der hübsche Blondinen im 5-Minuten-Takt Menschenleben retten und
braungebrannte 2-Meter-Männer mit Schnellbooten und Jet-Skis durch die
Wellen pflügen. Auch wenn das nicht ganz der Arbeit der Wasserwacht
entspricht, so zeigt die Serie teilweise recht eindrucksvoll den
erforderlichen Ausrüstungsbedarf der Wasserrettungssdienste.

Längst ist es nicht mehr ausreichend, dass ein Badegewässer von nur 2 ausgebildeten Schwimmern
bewacht wird. Zur adäquaten Hilfeleistung sind Kenntnisse im Umgang mit
Rettungsmitteln wie der, ebenfalls aus dem TV bekannten,
(Baywatch-)Rettungboje sowie an großen Gewässern die Handhabung eines Motorbootes
unbedingt erforderlich. Zur Suche von vermutlich Ertrunkenen oder zur
Abwendung von Gefahren durch Gegenstände im Wasser unterhält die
Wasserwacht eigeneRettungstauchgruppen.

Oftmals vergessen oder nur stiefmütterlich behandelt wird der Fachdienst Naturschutz mit der Fachausbildung Natur- und Gewässerschutz.
„Was hat das jetzt mit Wasserwacht zu tun“ werden wir oft gefragt. Nun:
Zum einen ist nur in einem sauberen Gewässer ein gesundheitlich
unbedenkliches Baden möglich, zum anderen sollte der Spaß der
erholungssuchenden Menschen nicht zu Lasten der ursprünglichen
Wasserbewohner gehen. Denn, wenn die Natur stirbt, wird auch der Mensch
als Bestandteil von Ihr nicht mehr lange so wie bisher zu leben haben.
Außerdem macht Baden in einem sauberen Gewässer mehr Spaß, als in einem
See mit hohem Schadstoffgehalt, der zur Müllkippe geworden ist.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Wasserwacht: Der Sanitätsdienst.
Die
Verbreitung von Schwimmkenntnissen wird heute schon in der Grundschule
gefördert, so dass glücklicherweise die Anzahl von Menschen, die vor dem
Ertrinken gerettet werden müssen trotz der stetig steigenden Anzahl von
Wassersport-Begeisterten zurück geht. Dagegen steigt die Zahl der
Hilfe-Leistungen an Land jährlich an. Das reicht von der Versorgung
kleiner Schnittverletzungen durch Glassscherben bis hin zur
Wiederbelebung von Patienten mit Kreislaufstillstand. In einigen
Ortsgruppen sind sogar schon Elektroschockgeräte, sog. Defibrilatoren,
im Einsatz. Natürlich unterliegen diesem dem Medizinproduktegesetz und
dürfen nur durch entsprechend geschultes Personal bedient werden!

Die Ausbildung vieler Wasserwacht’ler entspricht den
Anforderungen der Rettungsdienstgesetze der jeweiligen Bundesländer und
so ist ein Teil von Ihnen zusätzlich im Landrettungsdienst des Deutschen
Roten Kreuzes tätig.

Und
vergessen Sie bitte eines nicht – obwohl die Mitglieder der Wasserwacht
eine solche fachliche Qualifiktion haben, arbeiten Sie Tag und Nacht ehrenamtlich und ohne finanzielle Zuwendungen getreu dem Motto

„Aus Spaß am Sport und aus Freude am Helfen!“